Hallo liebe Fans der MSG Roßdorf/ Reinheim und Freunde des Handballs!

“The best of both worlds” – so lautete das Motto unserer Weihnachtsfeier 2018 und ich für meinen Teil muss sagen, dieser Titel trifft den Nagel auf den Kopf! Die Vorzeichen und Umstände der Fusion der beiden Traditionsvereine SKG Roßdorf und TV Reinheim waren sicherlich nicht die besten, aber rückblickend und aus meiner Perspektive ist die MSG ein absoluter Volltreffer! Ich werde mich in meinen Ausführungen „meinem Bereich“, dem sportlichen näher widmen, kann aber durchaus sagen, dass der Zusammenschluss auch im organisatorischen und im generellen Umfeld durchweg positiv zu bewerten ist.

Zum Start der Vorbereitung muss ich gestehen habe ich mir doch einige Gedanken gemacht. Denn auf der einen Seite war da ich als neuer Trainer, auf der anderen Seite ein zusammengewürfelter Haufen aus Spielern, die über Jahre ärgste Rivalen auf dem Spielfeld waren. Und ich habe aus den diversen Erzählungen und Geschichten aus der Kabine mitgenommen, dass ein Derbysieg in beiden Lagern eines der ganz großen Saisonziele war. Als meine wichtigste Aufgabe hatte ich daher auserkoren aus den Spielern dieser beiden Vereine und dem einen oder anderen der von außen dazugestoßen ist ein Team zu formen. Handballerische Dinge haben zu Beginn in meinen Überlegungen eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Jungs haben mich aber schnell eines Besseren belehrt und wenn man mich gefragt hätte, ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass wir es mit Spielern aus rivalisierenden Vereinen zu tun haben. Vielmehr hatte ich das Gefühl die Jungs würden schon lange Jahre so zusammenspielen. Ich will an dieser Stelle der Mannschaft ein riesen Kompliment machen, denn sie haben es mir damit leicht gemacht den Fokus auf die enorm wichtigen handballerischen Dinge zu legen und in den 11 Wochen harter und schweißtreibender Vorbereitung mit unzähligen Einheiten und Testspielen haben wir uns ein unseren Spielertypen angepasstes Spielsystem erarbeitet. Dieses haben wir zu großen Teilen phänomenal umgesetzt und in vielen Spielen, vor allem vor heimischer Kulisse, begeisternden Tempohandball gezeigt. Auf unsere Heimstärke bin ich besonders stolz, haben wir doch bis heute nur gegen den Meister und Aufsteiger TUSPO Obernburg einen doppelten Punktverlust hinnehmen müssen. Diese Heimserie wollen wir natürlich mit einem Sieg heute gegen den TV Gelnhausen weiter ausbauen.

Dagegen steht allerdings eine ernüchternde Bilanz in den Auswärtsspielen, mit der wir absolut nicht zufrieden sein können. Hier müssen und werden wir den Hebel ansetzen und uns in der kommenden Saison steigern, wollen wir in der Liga eine noch bedeutendere Rolle spielen. Unser teilweise dramatisches Verletzungspech der letzten Monate hatte ebenfalls einen deutlichen negativen Effekt auf den Ausgang dieser Saison. Hatten wir zu Beginn der Vorbereitung noch einen großen Kader mit vielen Wechselmöglichkeiten haben wir aufgrund diverser Verletzungen und Ausfällen mit teilweise nur zwei oder drei Auswechselspielern Spiele absolvieren müssen. Ganz bitter waren natürlich die Langzeitausfälle von Kai Stuckert und Carsten Fischer jeweils mit Kreuzbandriss, Lars Schmid erst mit einer Knöchelverletzung und dann mit gebrochener Nase, sowie die längeren Ausfälle von Matze Esser und Clemens Beier mit Fuß- und Fingerbruch. Ich wünsche an dieser Stelle vor allem den beiden Langzeitverletzten Kai und Carsten eine gute und schnelle Genesung und freue mich, sobald sie wieder zum Kader dazustoßen und ihre sportlichen Qualitäten wieder voll mit einbringen können.

Bedenkt man, dass wir die ganze Saison kein einziges Spiel mit komplettem Kader absolvieren konnten und teilweise auf mehrere arrivierte Kräfte gleichzeitig verzichten mussten, bin ich mit dem Verlauf dieser Saison durchaus zufrieden. Wir werden in der kommenden Vorbereitung wieder hart arbeiten und wenn alle Spieler weitestgehend von Verletzungen verschont bleiben bin ich mir sicher, dass wir wieder großartigen Handball bieten werden und in der Tabelle einen Schritt nach vorne machen können. Darauf arbeiten wir hin und darauf freue ich mich sehr!

An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an den „Staff“ wie es in neudeutsch so schön heißt, und natürlich an alle, die sich im und um den Verein herum engagieren, und uns damit ermöglichen auf diesem Niveau Handball spielen zu können.

Allen Spielern, die uns heute leider verlassen werden wünsche ich sportlich, beruflich, aber in erster Linie privat alles Gute und man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Im Handballerleben sogar durchaus manchmal öfter!

In diesem Sinne: Handball Zick, Handball Zack

Christian Zölls